7.08.2009

Airport Singapore

Der Flughafen in Singapur laesst sich mit keinem anderen vergleichen, den ich bisher gesehen habe. Man bekommt hier wirklich alles geboten. An jeder Ecke stehen Internetterminals (allerdings mit max. 15 Minuten-Sitzungen), Fussmassagengeraete, Schlafliegen, Fernsehecken mit zahlreichen Kinofilmen oder Dokumentationen, XBox Konsolen und einen kleinen Kinosaal gibt es auch. Fuer Kinder werden Huepfburgen und diverse andere Moeglichkeiten zum Spielen angeboten. Das ganze ist kostenlos!

Mein Highlight waren uebrigens kleine kostenlose Schliessfaecher, in denen man sein Handy aufladen kann. Wer etwas ueber Service lernen will, ist hier definitiv an der richtigen Stelle.

Aber jetzt noch mal kurz ein Frage an die Juristen in der Leserschaft. Quantas und vermutlich jede andere Fluggesellschaft der Welt verkauft waehrend des Fluges Duty-Free-Artikel. Wenn ich mir jetzt zum Beispiel einen MP3-Player da oben kaufe und der geht in 3 Monaten kaputt, welche Rechte habe ich denn dann? Also eigentlich waere nur mal die Frage in welchem Land eigentlich der Kaufvertrag abgeschlossen wurde und welches Recht gilt. Australien? Singapore? Abflugland, Ankunftland, Luftraum in dem man sich befindet, Land des Sitzes der Fluggesellschaft?

So, jetzt geht’s aber nach Bali.

Lange nichts von Euch gehoert. “Dito.” Eine Ausrede fuer unsere lange Blog-Abwesenheit habe ich auch parat – aber die verrate ich Euch nicht. Auf jeden Fall waren wir viel unterwegs: etwa 2.000 Km haben wir jetzt mit unserem kleinen Mietwagen, einem Hyundai Getz, hinter uns gebracht. Die Stationen dabei waren u.a.:

  • Townsville
  • Cairns
  • Ayr
  • Airlie Beach  und die Whitsunday Islands
  • Rockhampton
  • Bundaberg
  • Hervey Beach und Fraser Island
  • Maroochydore und der Autralia Zoo
  • Brisbane

img_0853 Wir haben also eine Menge besucht und viel erlebt und gesehen. Die Hightlights dabei waren natuerlich die Orte an denen wir auch spezielle Touren gebucht hatten. Von Airlie Beach sind wir drei Tage und drei Naechte auf einem Segelboot gewesen. Viele der 74 verschiedenen tropischen Inseln der Whitsundays haben wir gesehen und einige wenige haben wir auch betreten. Am Whitehaven Beach hatten wir zwar einige Wolken am Himmel, aber der feinste Sand der Welt hat uns trotzdem begeistert und noch eine Weile begleitet. Man muss da verdammt aufpassen mit der Kamera. Fotos gibt es wie immer auf der Fotoseite, wer einen besseren Eindruck von diesem Strand bekommen will, der sucht einfach mal in der Google Bildersuche nach Whitehaven Beach … staunt und traeumt. Beim Schnorcheln hatten wir die traumhafte Gelegenheit zusammen mit einer Schildkroete, die Aki entdeckt hatte,  zu schwimmen. Sie knabberte 2- 3 Meter unter uns an einer Koralle herum -  also die Schildkroete, nicht Aki.

Nachdem Besuch in einer Schnapsbrennerei, der groessten und beruehmtesten Australiens in dem Staedtchen Bundaberg, ging es weiter zur naechsten Highlight-Insel: Fraser Island. img_1123 Fraser Island ist die groesste Sandinsel der Welt, etwa 18mal so gross wie Sylt, gehoert zum UNESCO Weltkulturerbe (zumindest 98% der Insel), hat rund 200 Suesswasserseen und einen Highway der 74 Kilometer direkt auf dem Strand verlaeuft. Wer Sand nicht mag, ist hier voellig falsch. Wir waren zwei Tage dort und zumindest ich war, trotz Ostseetemperaturen in einigen Suesswasser Seen und Fluessen aktiv. Auf einem Besuch im Meer sollte man an dieser Stelle auf Grund der vielen Haie lieber verzichten. Was wir aber vom Strand aus super beobachten konnten, waren die zahlreichen Wale, die sich zu dieser Jahreszeit in der Bucht zwischen Fraser Island und dem Festland aufhalten.

img_1413 Einen Tag verbrachten wir im “Australia Zoo”. Der Zoo wurde von Steve Irwin gegruendet. Viele kennen ihn bestimmt aus dem Fernsehen. Er war der Typ, der mit kurzer Khaki-Hose in die Kamera laechelte, waehrend er auf eine Schlange hinter sich im autralichen Outback deutete und so etwas sagte wie: “Dies ist die giftigste Schlange der Welt. Ist das nicht fantastisch!”. Die TV-Serie lautete wie sein Spitzname “The Crocodil Hunter” – und Krokodile waren seine grosse Leidenschaft. 2006 starb er bei Unterwasser-Dreharbeiten fuer die Dokumentation “Ocean Deadliest” vor der australischen Ostkueste durch den Stich eines Stachelrochens ins Herz. Sein Zoo jedenfalls widmet sich intensiv den in Australien ansaessigen Tieren, aber auch Tigers, Elefanten und Touristen gibt es dort zu bestaunen. Und es gibt dort so viele lebendige Kaenguruhs. Die meisten, die wir gesehen haben, lagen tot am Strassenrand. Ueberhaupt erinnern die Raender australischer Landstrassen haeufig an Horrorfilme oder an die Metzgerei nebenan.

Am Ende unseres Australienaufenhalts steht Brisbane. Und hier sind wir auch nun. Morgen werden den Tag in der Stadt verbringen und nach den Besonderheiten Brisbanes suchen. Uebermorgen fliegen wir nach Singapur, werden vermutlich kostenguenstig am Flughafen die Schlafsaecke ausrollen und am naechsten Morgen nach Bali fliegen. Endlich wieder Hitze…

Viele Gruesse!

Sydney ist nicht die Hauptstadt von Australien, sondern Canberra – in Gedanken lass ich mich immer zu Sydney hinreissen, deshalb wollte ich es jetzt mal aufschreiben in der Hoffnung, dass es sich dann leichter einpraegt. Wie dem auch sei. Die letzten drei Tage haben wir also hier in Sydney verbracht und abgesehen von dem Segelboot, das uns am Freitag ebenfalls fuer drei Tage beheimatet, ist das der Ort an dem wir uns in Australien am laengsten aufgehalten haben. Der Zeitplan ist demnach sehr straff und so hatten wir auch in den letzten Tag viel unterwegs um moeglichst viel von Sydney zu sehen.

Nach unserer Ankunft und dem obligatorischen Check-In in unserem Youth Hostel direkt im Zentrum, haben wir am ersten Tag noch die Stadtteile China Town und Darling Harbour besichtet. Zu China Town gibt es nicht viel zu sagen, viele Restaurants, viele kleine Laeden mit viel Krimskrams und viele Chinesen. In Darling Harbour wurde es schon spannender, zumal es Samstagabend war und wir das junge Partzvolk beim ihren Wanderungen von der U-Bahn-Station zu den Clubs beobachten konnten. Verrueckt, was sich manche Frauen so trauen anzuziehen. Am Sonntag waren wir nach einer kostenlosen Fuehrung durch den botanischen Garten, gegenueber der bekannten Oper am Macquarie Sitz und konnten die Aussicht auf die Oper und Sydneys Skyline geniessen. Dann ging es natuerlich an der Oper vorbei in das Hafenviertel “The Rocks”, in dem an diesem Tag das “Aroma Festival” stattfand. Tausende Besucher draengten sich durch die Strassen, um leckeres Essen (wie zum Beispiel den “Bavarian Giant Hot Dog”) und besondere Kaffeesorten probieren zu koennen. Anschliessend ging es zu einem der vielen Straende, die Sydney zu bieten hat. Wir entschieden uns (dank Daniels Empfehlung) fuer Manly Beach den wir nach 30 Minuten mit der Faehre und kurzem Fussweg erreichten.

Am Montag waren wir in den Blue Mountains, die oestlich von Sydney liegen. Das kleine Gebirge hat seinen Namen von dem verdunstenden Oel der Eukalyptusbaeueme, die es dort vorwiegend gibt und das bei Tageslicht einen blauen Schimmer erzeugt. Einige Eindruecke die wir beim Wandern von der Landschaft gewinnen konnten, findet ihr wieder in Fotobereich des Blogs. Heute war der Tag ebenfalls wieder stark vom Laufen gepraegt. Nachdem Fruehstueck ging es zum Fischmarkt und von dort nochmals zum Darling Harbour, wo Aki sich ihre neue Sonnenbrille kaufte (wichtiges Detail… ihr werdet die Brille vermutlich auf zahlreichen kommenden Fotos wiederfinden). Zum Sonnenuntergang waren wir dann auf dem Fernsehturm, hier heisst er Sydney Tower und ist insgesamt 301 Meter hoch (da haben wir Berliner dank riesen Antenne mehr zu bieten – naemlich 368 Meter). Die Aussichtsplattform befindet sich auf 251 Metern und wer moechte und das Geld hat kann auch noch rausgehen und da oben spazierengehen – natuerlich angeseilt.

Das Hostel in dem wir wohnen ist tatsaechlich eher ein kleines Hotel. Mit netten Sofas, Sesseln, Kinasaal (ein grosser Raum mit einem Beamer und vielen grossen Kissen) und vielen anderen Dienstleistungen muss es sich sicherlich nicht verstecken. Allerdings ist der Preis mit 100 AUD (etwa 50 EUR) fuer ein Doppelzimmer auch schon ganz ordentlich fuer eine Jugendherberge. Unter den Senioren der Welt scheinen sich aber Australiens Jugendherbergen ebenfalls rumgesprochen zu haben. So waren Aki und ich mit heute beim Abendessen vermutlich die Juengsten im Speisesaal und mit fast 30 Jahren. So wird die Jugendherberge doch zum Altersstift.

Morgen fliegen wir nach Cairns und damit wieder in den Norden Australiens. Dort bekommen wir dann unseren Mietwagen und werden die Ostkueste wieder nach Sueden bis Brisbane fahren. Am Freitag gehen wir fuer drei Tage und drei Naechte an Bord eines Segelschiffes und fahren raus zum Great Barrier Reef. Vollpflegung an Board und wir muessen uns um nichts kuemmern – nagut, die Sonnencreme muessen wir wohl selber auftragen.

Servus nach Deutschland. Nach 6 Tagen im australischen Outback haben wir mal wieder Zugang zum Internet. Da allerdings in ca. einer Stunde schon wieder unser Zug, der beruehmte Ghan, nach Adelaide faehrt muss ich mich kurz fassen.

Letzten Donnerstag starte unsere Tour mit “Adventure Tours Australia” (seit kurzem zu TUI gehoerend) von Darwin ins Zentrum Australiens. Geschlafen wurde auf Campingplaetzen in befestigten Zelten mit Schlafsaecken. Zur Erinnerung: Australien ist ja “unten” – deshalb ist hier jetzt Winter. Und endlich macht es sich bezahlt, dass ich meine langen Hosen und Pullover, die ich durch Indonesien geschleppt habe, nicht bereits entsorgt hatte. Denn nachts wurde es jetzt richtig kalt.

Unsere Reisegruppe bestand aus Finnen, Briten, Franzosen, Schweizer und einem Hollaender – insgesamt 12 Personen plus unserem Guide Jason. In den ersten drei Tagen fuhren wir von Darwin mit dem Bus ueber Katherine Gorge und Tennant Creek nach Alice Springs. Auf dem Weg machten wir natuerlich an allen Hightlights, die die Natur zu bieten hat halt. Wenn man die Gesamtstrecke von 1500 Km bedenkt, waren es nicht sonderlich viele Hightlights und die meiste Zeit sassen wir im Bus und genossen, die triste rote Landschaft. Was wir auf unseren Stops so gesehen haben, koennt ihr in der neuen Fotogalerie sehen, die Aki gerade parallel zu meinem Schreiben kommentiert.

Die wirklichen Highlights der Tour, die dann auch vielen bekannt sein duerfte, die noch nicht in Australien waren, folgten im zweiten Teil der Tour. Von Alice Springs aus ging es 500 Km suedwestlich zum Ayers Rock oder Uluru, wie die Aboriginis ihn nennen und zum Kings Canyon. Hier wurde es dann auch richtig kalt nachts. In unserer letzten Nacht hatten wir -2 Grad und wir beiden waren froh uns nicht auf unsere “Bis-13-Grad-Comfort-Schlafsaecke” verlassen zu haben, sondern noch die australische Wintervariante zusaetzlich gemietet hatten.

Zu bestaunen gab es eigentlich nur Steine. Dafuer gibt es von denen aber erstaunlich viele in diesem Eck Australiens um das sich herum nicht sonderlich viel befindet. Auf Uluru sind wir uebrigens nicht gestiegen, zum einen waere es nicht moeglich gewesen, da er wegen Wind und Regen gesperrt war und ausserdem waren wir uns schon vorher einig, den Wunsch der Aboriginis zu respektieren und ihren heiligen Berg mit unseren schmutzigen Fuessen nicht zu belaestigen. Den zweiten Teil der Tour haben wir mit einer anderen Reisegruppe verbracht, die neben einem Italiner und einem weiteren Deutschen ausschliesslich aus Iren bestand. Unser zweiter Guide ging vorallem Aki mit seiner scheissfreundlichen Art gepaart mit dem permanenten Drang uns Teilnehmer zu Hetzen, auf die Nerven. Das bekam er dann auch in seinem abschliessenden Bewertungsbogen zu spueren.

Fuer mehr reicht die Zeit leider nicht mehr -  wir wollen unseren Zug nicht verpassen. Der faehrt uns uebrigens 24 Stunden vom Zentrum in den Sueden nach Adelaide, wo wir nur einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg nach Sydney machen. Von dort werden wir uns auch wieder melden.

Am 5. Juli hiess es auch fuer Aki: auf in fremde Laender. Von den Eltern am Flughafen abgesetzt fiel ihr bereits in der Wartehalle eine junge Dame auf, die leicht verheult auf das Boarding wartete. Aki konnte nicht anders und musste sie ansprechen. Ihr Name war Mara und sie verliess Berlin um acht lange Monate in Brisbane die 11. Klasse zu besuchen. Um ihr den Abschied etwas zu erleichtern, packte Aki all Ihre Small-Talk-Kuenste aus. Ohne Vorkommnisse hat sie London erreicht und stieg in den Flieger nach Singapur. Nach einigem Hin und Her mit den Sitzplaetzen konnte sie an einem Notausgang Platz nehmen, wobei dann leider die  Stewards die Essenswagen ueber ihre Fuesse schoben.

Auf dem Flughafen von Singapur war eigentlich verabredet, dass Aki nicht im Transfer-Bereich bleibt, sondern den “auscheckt” und wir die paar Stunden in Singapur verbringen. Daraus wurde aber nichts, weil der VISA-Beamte sie fuer den kurzen Zeitraum nicht ins Land lassen wollte. Also checkte auch Martin ein und wir verbrachten die Zeit am Flughafen, der wirklich eine Menge zu bieten hat: Fussmassagestuehle, Liegen, Internet, Kaktusgarten, Schmetterlingpark, Kino und das alles natuerlich kostenlos. Genutzt haben wir davon nichts. Naja, wir sind ja noch zweimal da. Auf Grund der Preispolitik unserer Reise, hatten wir nach Darwin noch unterschiedliche Fluege gebucht. Weil Aki der Boarding-Zeit ihres Passes nicht vertraute, die 1 1/2 Stunden frueher als ueblich angegeben war, haette sie beinahe ihren zeitlich vorgezogenen Flug verpasst. Aber 10 Minuten vor Abflug betrat sie dann doch als letzter Passagier den Flieger, nachdem Martin vorschlug, doch mal am entsprechenden Schalter vorbei zu gucken.

Als Martin um 4 Uhr morgens 2 Stunden nach Aki in Darwin landete, fehlte ihr Rucksack noch immer. Wo dieser sich befand, konnte uns natuerlich keiner so genau sagen – also hiess es Formular ausfuellen und warten. Um halb sechs in unserer Jugendherberge angekommen, mussten wir noch 30 Minuten auf den ersten Angestellten warten. Der uns dann mitteilte, dass der Check-In erst ab 13 Uhr moeglich sei, wir aber schon alle Angebote nutzen koennten. Also verbrachten wir nach dem Monduntergang – Sonnenaufgang war auf der anderen Seite – den Vormittag am Pool des Hostels.  Nach zahlreichen Telefonate mit unterschiedlichen Angaben, erreichte uns Akis Rucksack noch am Abend.

Ganz unwichtig war es nicht, dass nun auch Aki ueber eine gewisse Flexibilitaet in der Wahl ihrer Kleidung hat, denn morgen geht es fuer eine Woche ins Landesinnere – Outback. Mit einer organisierten Bus-Tour reisen wir durch den Norden in das Zentrum Australiens zum Ayers Rock – auch Uluru genannt. Nach zwei Naechten in Alice Springs fahren wir einen Tag lang mit dem beruehmten Ghan nach Adelaide. Von dort werden wir uns dann hoffentlich wieder melden und vielleicht auch endlich mal wieder ein paar Fotos bereitstellen.

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